
Triggerwarnung: Behandelt das Thema Tod und Sterben
Der Tod ist ein unvermeidbarer Teil des Lebens und in der Pflege ist der Umgang damit zentrale Herausforderung. Während des Unterrichtsthemas „Tod und Sterben“ haben unsere Auszubildenden eine eintägige Exkursion erlebt, die ihnen einen tiefen Einblick in die Begleitung von Menschen allen Alters am Ende des Lebens gab. Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft Petra Skrzypek setzten sich die Auszubildenden – sensibel angeleitet und stets freiwillig – mit einem Thema auseinander, das in der Pflege-Ausbildung von großer Bedeutung ist: Menschen würdevoll zu begleiten, unabhängig davon, in welchem Lebensabschnitt sie stehen.
Die Schüler*innen besuchten den Nordfriedhof in Minden, auf dem es auch ein „Sternenfeld“, einen Friedhof für vor, während oder kurz nach Geburt verstorbene Kinder gab. Auf einem stillen Rundgang über dem Friedhof setzten sie sich auch damit auseinander, welche Formen Trauer in verschiedenen Religionen und Kulturen annehmen kann.
Im Hospiz Volker-Pardey-Haus in Minden erfuhren die Auszubildenden, was Sterbebegleitung in der Praxis bedeutet: Palliativpflege, Symptomkontrolle, das Erfüllen letzter Wünsche und die Wahrung der Autonomie der Sterbenden. Schnell wurde allen klar: Hospize sind Orte des Lebens, nicht der Dunkelheit.

Exkursion zum Hospiz Volker-Pardey-Haus in Minden
Bei der Feuerbestattung Minden erhielten die Auszubildenden eine pietätvolle Führung. Themen waren Einäscherung, Trauerfeiern, Bestattungsformen und der respektvolle Umgang mit Verstorbenen und wie Service und empathische Begleitung ermöglicht werden kann. Hier lernten die Schüler*innen zudem die Aufgaben eines Bestatters kennen und wie eng Pflege, Hospiz, Angehörige und Bestatter zusammenarbeiten.
Begleitend zur Exkursion setzten sich die Lernenden auch mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinander. Sie diskutierten darüber, was ihnen wichtig ist, wer sie prägt und welches Vermächtnis sie hinterlassen möchten. Der Unterricht zeigte, welches Privileg und welche Verantwortung Pflegefachkräfte tragen: Menschen in ihren verletzlichsten Momenten zu begleiten.
Niemand wird gerne mit den Themen Tod und Sterben konfrontiert und vielen Menschen fällt es schwer damit umzugehen. Der Unterricht sowie die Exkursion haben den Auszubilden eindrücklich gezeigt, dass Tod, Sterben und Trauer zwar belastende, aber gleichzeitig bedeutsame Teile des Pflegeberufs sind. Gerade deshalb ist es wichtig, früh Kompetenzen zu entwickeln, die sie im Arbeitsalltag stärken. Durch die Begegnungen an den verschiedenen Exkursionsorten konnten sie erfahren, wie aussieht – und dass Resilienz kein Zustand ist, sondern ein Prozess, der wächst, wenn sich achtsam damit beschäftigt wird. Die Auseinandersetzung mit den Lerninhalten hat außerdem gezeigt, wie vielfältig die Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen sein kann. So konnten die Azubis nicht nur fachliches Wissen mitnehmen, sondern auch neue Perspektiven auf das, was Pflege ausmacht.




