Schulen für Pflegeberufe Herford-Lippe

Ein Leben für die Pflege(Ausbildung): Andreas Fritsche geht in den Ruhestand

Andreas Fritsche geht in den Ruhestand

Von den Anfängen als Wegbereiter in der eher weiblich besetzten Krankenpflege bis zum Aufbau des Standorts Listerschool der Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe: Andreas Fritsche blickt auf

45 Jahre im Dienst der Pflege und Pflegeausbildung zurück. Als er im April den Schlüssel abgegeben hat, hinterließ er mehr als nur einen gut geführten Standort: Er hinterließ ein Fundament, auf dem die zukünftige Pflegeausbildung in der Region weiterwachsen kann.

Der Anfang

Andreas Fritsche startete seine Laufbahn 1981 mit der Ausbildung zum Krankenpfleger am Kreisklinikum Herford. Damals herrschte ein familiäres Miteinander auf Station“, erinnert sich Fritsche an die Anfänge, wo die Auszubildenden noch ohne offizielle Praxisanleitung auskommen mussten.

Nach seinem 16-monatigem Zivildienst im Mathilden-Hospital in Herford arbeitet Fritsche wieder am Kreisklinikum Herford. Im Anschluss daran absolvierte er am Ev. Krankenhaus-Bünde die Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivmedizin. Im Zuge dessen war er auch im Bereich des Rettungsdienstes tätig.

 

Der Weg in die berufliche Pädagogik

Mit dem Wechsel als Schulassistent an die Krankenpflegeschule am Evangelischen Johannes Krankenhaus Bielefeld (heute EvKB) verlagerte sich sein Fokus auf die Ausbildung. Um die Pflegelehre auf ein wissenschaftliches Fundament zu stellen, absolvierte Fritsche von 1995 bis 1999 berufsbegleitend das Studium der Pflegepädagogik an der Katholischen Fachhochschule Norddeutschland, am Standort Osnabrück. Ab 2005 übernahm er dann die Leitung der Ausbildungsstätte am Lukas-Krankenhaus in Bünde.

Seine Vision einer modernen Pflegeausbildung festigte sich insbesondere während seiner Schulleitertätigkeit in Bünde. In den dortigen drei Kursen mit rund 75 Schüler*innen aus dem Lukas Krankenhaus und dem Herz- und Diabeteszentrum NRW legte Andreas Fritsche den Grundstein für ein neues pädagogisches Verständnis. Sein Anspruch war dabei stets klar: „Ich wollte den Schülerinnen und Schülern dort eine kritische, konstruktive und demokratische Denkweise vermitteln“, so Fritsche. Besonders am Herzen lag ihm dabei die Veränderung der Umgangskultur. Er erinnert sich an Zeiten, in denen Konflikte in der Pflege noch deutlich rauer ausgetragen wurden: „Früher kam es bei Auseinandersetzungen auf Station häufig zu unkontrollierbaren Tumulten.“ Gegen diesen autoritären Ton setzte er eine zeitgemäße Fehlerkultur, die darauf abzielte, Probleme offen zu benennen, gemeinsam aufzuarbeiten und durch „Best Practice“-Lösungen zu ersetzen.

Diesen Weg der Professionalisierung verfolgte er konsequent weiter: Von 2011 bis 2013 vertiefte er seine Expertise durch ein Masterstudium im Schulmanagement an der Katholischen Fachhochschule Köln – eine Qualifikation, die ihm später auch beim Aufbau des Standorts Listerschool zugutekam.

Die Kooperation mit den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe und dem Lukas Krankenhaus markierte den Beginn einer neuen Ära. Um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen, wurden die Ausbildungskapazitäten massiv ausgeweitet – ein Schritt, der im Oktober 2020 zur Eröffnung des Standortes „Listerschool“ in Herford führte. Für Andreas Fritsche, der die Leitung übernahm, war dies ein Meilenstein seiner Karriere. Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie gelang es ihm, in kürzester Zeit ein schlagkräftiges Team zu formen. „Den Standort aufzubauen, hat uns viel Kraft gekostet“, erinnert sich Fritsche. „Wir mussten uns erst finden und neue Strukturen etablieren. Doch gerade diese Herausforderung hat uns zusammengeschweißt. Sein Führungsstil war dabei geprägt vom Aufbau einer flachen Hierarchie unter Berücksichtigung der individuellen Stärken seiner Mitarbeitenden.

Ein Appell

Im April 2026 wurde an den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe ein neues Leitungskonzept eingeführt, das die Verantwortung auf zwei Regionalleitungen und zwei operative Leitungen für die Standorte Herford und Lippe verteilt. Mit seinem Abschied übergibt Andreas Fritsche den Staffelstab in Herford an Folker Früchtel (Regionalleitung) und Kathrin Hanke (operative Leitung).

Für die Zukunft gibt er seinem Nachfolge-Team vor allem eines mit auf den Weg: Den Mut zum Innehalten. „Kompetenzen und Fachwissen sind erlernbar, aber Empathie und die Liebe zum Menschen nicht“, betont Fritsche. „Wir arbeiten hier mit Menschen und nicht mit einem Werkstück.“ Sein wichtigster Rat ist daher so simpel wie wirkungsvoll: Ein wahrhaftiges „Wie geht’s?“ ist oft wertvoller als jede Sisyphusarbeit, denn Menschlichkeit ist das Band, das Teams in stressigen Situationen zusammenhält. Neben dem Wunsch nach echter Empathie blickt Fritsche auch auf die Vernetzung: Er hofft für die Zukunft auf einen noch intensiveren Austausch mit den praktischen Ausbildungsträgern und Kooperationspartnern.

Pläne für den Ruhestand

Für den Ruhestand hat Andreas Fritsche bereits klare Vorstellungen: Sportlich zieht es ihn zum intensiven Fitness- und Lauftraining, während zu Hause der Umbau und die Umgestaltung des Gartens warten. Er blickt voller Vorfreude darauf, diese Vorhaben nun ohne Zeitdruck und mit freiem Kopf anzugehen. Langeweile wird in diesem neuen Kapitel sicher nicht aufkommen.

Wir danken Andreas Fritsche für sein langjähriges Engagement und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute!

 

 

 

 

 

Schmerztherapie zum Anfassen

Einige unserer Auszubildenden tauchten tief in das Thema ‚Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises‘ ein. Nachdem in den vergangenen Wochen im Unterricht die Grundlagen von akuten und chronischen Schmerzen sowie die medikamentöse Therapie bei Arthritis und Arthrose im Fokus standen, wurde es nun praktisch: Die nicht-medikamentöse Schmerztherapie stand auf dem Lehrplan.

Pflege ist mehr als nur Tablettengabe. Um ein ganzheitliches Verständnis für die Schmerzlinderung im Reha-Setting zu entwickeln, erprobten die Schüler*innen verschiedene Interventionen. Was besprochen und teilweise ausprobiert wurde:

✅ Einsatz von Wärme- und Kälteauflagen.

✅  Aromapflege, Musiktherapie und TENS-Verfahren.

✅  Praktische Übungen zur Progressiven Muskelentspannung (PMR) nach Jacobson.

Unter fachlicher Anleitung von Lehrkraft Laura Tesch übten die Lernenden Ausstreichungen, Knetungen und Schüttelungen. Dabei stand nicht der therapeutische Tiefendruck im Vordergrund, sondern die pflegerische Intention: Wohlbefinden fördern und Entspannung ermöglichen.

Das Ergebnis? Die Auszubildenden verließen den Unterricht nicht nur mit neuem Fachwissen, sondern auch sichtlich tiefenentspannt. Eine wertvolle Erfahrung, um später die Bedürfnisse von Patient*innen mit chronischen Schmerzen noch besser nachempfinden und helfen zu können.

Pflege verstehen: Bobath im grünen Klassenzimmer

Um ein echtes Gespür für ihr Gleichgewicht zu bekommen, probierten die angehenden Pflegefachfrauen und -männer verschiedene Positionen selbst aus. Hier versuchten sie gerade mit einem Bein aufzustehen.

Bei uns hieß es vergangene Woche: Raus aus dem Klassenzimmer und rein in die Bewegung. Im Rahmen der Ausbildung setzten sich unsere Schüler*innen mit dem Bobath-Konzept auseinander – und das draußen auf dem Schulhof bei Traumwetter.

Das Bobath-Konzept ist ein Pflege- und Therapiekonzept zur Rehabilitation von Menschen mit neurologischen Erkrankungen (wie z. B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, …), welches die Selbstständigkeit und Lebensqualität durch gezielte Bewegungsübungen fördert.

Unter der Leitung von Lehrkraft Laura Tesch standen dabei die Schlüsselpunkte nach Bobath im Mittelpunkt. Die Schüler*innen lernten, wie Bewegung über zentrale Punkte wie das Sternum oder den Kopf gesteuert werden und wie sich dies über die proximalen wie Hüfte oder Schultergelenke bis in die distalen wie Hände und Füße auswirkt.

Im Unterricht wechselten sich Theorie und Praxis ab. Und das Highlight war ganz klar der Praxisanteil. Um ein echtes Gespür für Gleichgewicht und Unterstützungsflächen, also der Kontaktfläche zwischen Umwelt und Körper zu bekommen, probierten die angehenden Pflegefachfrauen und -männer verschiedene Positionen selbst aus. Dabei halfen sie sich auch gegenseitig bei der Mobilisation. Nur wer den eigenen Körper versteht, kann Patient*innen später sicher unterstützen.

Perspektivwechsel: Warum „Ausschlafen“ für jeden etwas anderes bedeutet

In der Pflege geht es um mehr als nur die medizinische Versorgung von Menschen. Es geht darum, die Welt mit den Augen derer zu sehen, die wir pflegen. Unsere Auszubildenden haben sich im Unterricht u. a. intensiv mit der Erkenntnistheorie des Konstruktivismus auseinandergesetzt.

Der Konstruktivismus lehrt uns: Es gibt nicht die eine, objektive Wirklichkeit. Jeder Mensch konstruiert seine eigene Realität basierend auf persönlichen Erfahrungen, Gefühlen und Prägungen. Was für die eine Pflegekraft „spätes Aufstehen“ bedeutet (zum Beispiel 8:00 Uhr morgens), kann für einen Patienten oder Bewohner, der sein Leben lang Langschläfer war, mitten in der Nacht sein.

Um diese Theorie greifbar zu machen, nutzten die Auszubildenden eine einfache, aber effektive Methode: Sie blickten nacheinander durch denselben Bilderrahmen. Danach besprachen sie gemeinsam das Gesehene. Das Ergebnis? Trotz desselben Ausschnitts sah jeder etwas anderes, setzte andere Schwerpunkte und verknüpfte das Gesehene mit eigenen Assoziationen.

Das Ziel des Unterrichts ist es, die Fähigkeit zur Empathie zu schärfen. Als Pflegefachkräfte müssen sie lernen:

  1. Die „pflegerisch-medizinische Brille“ aufzubehalten, um professionelle Sicherheit zu garantieren.
  2. Gleichzeitig die „Brille des Patienten“ aufzusetzen, um seine individuellen Bedürfnisse und seine Lebensrealität zu verstehen.

Nur wer erkennt, wie seine eigene „Brille“ (die eigenen Werte, Sozialisation und Gewohnheiten) gefärbt ist, kann den Bedürfnissen der Menschen wirklich gerecht werden.

Ein großes Dankeschön an unsere Azubis für die Offenheit und den spannenden Austausch

Frischer Wind für die Pflege: 21 Talente, sieben Nationen, ein Ziel

21 Auszubildende haben am 1. April ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann gestartet.

Mit großer Freude begrüßten die Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe GmbH gemeinsam mit den Kreiskliniken Herford-Bünde und dem Klinikum Lippe am 1. April insgesamt 21 Auszubildende, die ihre dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann aufnehmen. Sieben Auszubildende davon fangen ihre Karriere beim Klinikum Lippe an und 14 bei den Kreiskliniken Herford-Bünde.

Der Ausbildungsstart markiert nicht nur den Beginn eines neuen beruflichen Lebensabschnitts, sondern steht auch für gelebte Vielfalt und internationale Zusammenarbeit: Die neuen Auszubildenden stammen aus sieben verschiedenen Ländern und bringen damit eine beeindruckende Bandbreite an kulturellen Hintergründen, Sprachen und Erfahrungen mit.

„Unsere neuen Auszubildenden spiegeln die Realität der modernen Pflege wider: International, engagiert und voller Motivation“, betont Kursleiter Dirk Zimmermann von der Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe GmbH. „Diese Vielfalt ist ein großer Gewinn für uns alle: die Teams in den Einrichtungen, für die Patientinnen und Patienten und nicht zuletzt für die Auszubildenden selbst, die voneinander lernen und gemeinsam wachsen können.“

Der Startschuss fiel mit einem gemeinsamen Einführungstag, an dem es weniger um harte Lerninhalte als vielmehr um das Ankommen ging. Sich kennenlernen, Orientierung im Schulalltag finden und ein echtes Teamgefühl entwickeln standen ganz oben auf der Agenda. Die generalistische Pflegeausbildung qualifiziert die Auszubildenden für ein breites Spektrum pflegerischer Tätigkeiten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten. Sie verbindet theoretische Grundlagen mit intensiven Praxiseinsätzen und eröffnet vielfältige berufliche Perspektiven.

Für die Region ist der Kursstart ein wichtiger Schritt, um die Versorgung auch in Zukunft auf sichere Beine zu stellen. Wir wünschen allen Auszubildenden einen guten Start und eine erfolgreiche Ausbildung.

Interesse an einer Karriere in der Pflege? Bewerbungen für den nächsten Starttermine am 1. August und 1. Oktober sind jederzeit willkommen. Hier gibt es mehr Infos!

Zuwachs für die Region: Acht frischgebackene Pflegefachkräfte feiern ihren Abschluss

Starkes Signal: Alle acht examinierten Pflegefachkräfte blieben der Region erhalten.

Ein bedeutender Meilenstein für die lokale Gesundheitsversorgung: Die Schulen für Pflegeberufe haben gemeinsam mit dem Kreiskliniken Herford-Bünde und dem Klinikum Lippe acht Absolventinnen und Absolventen feierlich in den Berufsalltag verabschiedet.

Hinter den neuen Pflegefachfrauen und -männern liegen drei intensive Jahre, die nicht nur von medizinischem Fachwissen, sondern auch von persönlicher Reifung und gelebter Menschlichkeit geprägt waren.

„Pflege ist eine Haltung“

In einer bewegenden Abschlussrede betonte Kursleiter Dirk Zimmermann die Tiefgründigkeit des gewählten Karrierewegs. Für ihn ist die Pflege weit mehr als nur ein Handwerk:

Wer Pflege als Beruf wählt, entscheidet sich für eine Haltung, die von Empathie geprägt ist – die Fähigkeit, einen Menschen jenseits der Diagnose wirklich zu sehen.“

Er ermutigte die Absolvent*innen, mutig in den neuen Lebensabschnitt zu starten, aus Erfahrungen zu lernen und stets den Sinn ihrer täglichen Arbeit vor Augen zu haben:

 „Weil Empathie wirkt. Weil Menschlichkeit heilt.“

Ein starkes Signal für die regionale Versorgung

Besonders erfreulich: Alle acht examinierten Fachkräfte bleiben der Region Ostwestfalen-Lippe erhalten. Dies sichert die Qualität der pflegerischen Versorgung vor Ort nachhaltig.

Wir gratulieren allen Absolventinnen und Absolventen herzlich zu ihrem Erfolg und wünschen einen inspirierenden Start in das Berufsleben!

Vorträge im BIZ Herford: Einstieg in die Pflege – auch ohne Vorerfahrung

Du interessierst dich für einen Einstieg in den Pflegeberuf – bist aber unsicher, ob das auch ohne Vorerfahrung möglich ist? Oder ob dieser Beruf zu deiner aktuellen Lebenssituation passt?

In einer kurzen Informationsveranstaltung geben Tobias Bach (Schulleiter Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe) und Patrick Büttner (Stab Pflegeentwicklung Kreiskliniken Herford-Bünde) einen Überblick über die verschiedenen Wege in die Pflege. Vorgestellt werden unter anderem Möglichkeiten des Quereinstiegs, Förderoptionen wie der Bildungsgutschein sowie typische Aufgaben und Perspektiven im Pflegeberuf. Ziel der Veranstaltung ist es, Orientierung zu geben und offene Fragen zu klären.

Die Informationsveranstaltung richtet sich an alle, die über einen Einstieg in die Pflege nachdenken – unabhängig von Alter, Herkunft oder bisherigem Berufsweg. Fragen der Teilnehmenden sind ausdrücklich willkommen.

Termine:
19.01.2026, 10:00–11:00 Uhr
22.01.2026, 15:00–16:00 Uhr

Ort:
Agentur für Arbeit Herford, Berufsinformationszentrum (BIZ), Hansastraße 33, 32049 Herford

Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Exkursion: Pflegeauszubildende sammeln eindrückliche Erfahrungen

Triggerwarnung: Behandelt das Thema Tod und Sterben

 

Der Tod ist ein unvermeidbarer Teil des Lebens und in der Pflege ist der Umgang damit zentrale Herausforderung. Während  des Unterrichtsthemas „Tod und Sterben“ haben unsere Auszubildenden eine eintägige Exkursion erlebt, die ihnen einen tiefen Einblick in die Begleitung von Menschen allen Alters am Ende des Lebens gab. Gemeinsam mit ihrer Lehrkraft Petra Skrzypek setzten sich die Auszubildenden – sensibel angeleitet und stets freiwillig – mit einem Thema auseinander, das in der Pflege-Ausbildung von großer Bedeutung ist: Menschen würdevoll zu begleiten, unabhängig davon, in welchem Lebensabschnitt sie stehen.

Die Schüler*innen besuchten den Nordfriedhof in Minden, auf dem es auch ein „Sternenfeld“, einen Friedhof für vor, während oder kurz nach Geburt verstorbene Kinder gab. Auf einem stillen Rundgang über dem Friedhof setzten sie sich auch damit auseinander, welche Formen Trauer in verschiedenen Religionen und Kulturen annehmen kann.

Im Hospiz Volker-Pardey-Haus in Minden erfuhren die Auszubildenden, was Sterbebegleitung in der Praxis bedeutet: Palliativpflege, Symptomkontrolle, das Erfüllen letzter Wünsche und die Wahrung der Autonomie der Sterbenden. Schnell wurde allen klar: Hospize sind Orte des Lebens, nicht der Dunkelheit.

Exkursion zum Hospiz Volker-Pardey-Haus in Minden

Bei der Feuerbestattung Minden erhielten die Auszubildenden eine pietätvolle Führung. Themen waren Einäscherung, Trauerfeiern, Bestattungsformen und der respektvolle Umgang mit Verstorbenen und wie Service und empathische Begleitung ermöglicht werden kann. Hier lernten die Schüler*innen zudem die Aufgaben eines Bestatters kennen und wie eng Pflege, Hospiz, Angehörige und Bestatter zusammenarbeiten.

Begleitend zur Exkursion setzten sich die Lernenden auch mit ihrer eigenen Endlichkeit auseinander. Sie diskutierten darüber, was ihnen wichtig ist, wer sie prägt und welches Vermächtnis sie hinterlassen möchten. Der Unterricht zeigte, welches Privileg und welche Verantwortung Pflegefachkräfte tragen: Menschen in ihren verletzlichsten Momenten zu begleiten.

Niemand wird gerne mit den Themen Tod und Sterben konfrontiert und vielen Menschen fällt es schwer damit umzugehen. Der Unterricht sowie die Exkursion haben den Auszubilden eindrücklich gezeigt, dass Tod, Sterben und Trauer zwar belastende, aber gleichzeitig bedeutsame Teile des Pflegeberufs sind. Gerade deshalb ist es wichtig, früh Kompetenzen zu entwickeln, die sie im Arbeitsalltag stärken. Durch die Begegnungen an den verschiedenen Exkursionsorten konnten sie erfahren, wie aussieht – und dass Resilienz kein Zustand ist, sondern ein Prozess, der wächst, wenn sich achtsam damit beschäftigt wird. Die Auseinandersetzung mit den Lerninhalten hat außerdem gezeigt, wie vielfältig die Begleitung von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen sein kann. So konnten die Azubis nicht nur fachliches Wissen mitnehmen, sondern auch neue Perspektiven auf das, was Pflege ausmacht.