Schulen für Pflegeberufe Herford-Lippe

Erfolgreicher Abschluss: Neue Pflegefachassistenzen starten in ihre Zukunft

Sie haben es geschafft: Ein Jahr voller Lernen, persönlicher Entwicklung und praktischer Erfahrungen liegt hinter ihnen. Der Großteil der Auszubildenden des Kurses zur Pflegefachassistenz hat seine Prüfungen erfolgreich bestanden und erhielt in feierlichem Rahmen sein Zeugnis. Ein starkes Fundament für die Zukunft, das im Rahmen der feierlichen Verabschiedung von allen Beteiligten der Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe (SPHL) und des Klinikums Lippe gebührend gewürdigt wurde.

Die feierliche Verabschiedung war geprägt von herzlichen Worten und emotionalen Rückblicken. Christina Kleine (stellv. Pflegedienstleitung) und Tim Röwekamp (Stabsstelle – Ausbildungskoordination/Praxisanleitung) dankten den Absolventinnen und wünschten ihnen alles Gute für den weiteren Lebens- und Berufsweg. Für die Ausbildungskoordination war dieser Kurs ein besonderer Meilenstein: Es war der erste Kurs, der vom ersten Tag an bis zum erfolgreichen Abschluss vollständig begleitet wurde.

In ihrer Ansprache blickte Christina Kleine auf eine symbolische Reise an die Ostsee und verglich die Ausbildungszeit mit dem Meer, das mal stürmisch und mal ruhig sein kann. Sie ermutigte die Absolventinnen daran zu denken, dass nach jedem Sturm das Meer wieder ruhiger wird – und oft sind es gerade die bewegten Zeiten, an denen sie wachsen. Auch die Bedeutung der Zukunft wurde thematisiert: Anke Beate Steffen, Regionalleitung Lippe der SPHL, hob in ihrer Ansprache das lebenslange Lernen hervor – ein Leitmotiv, das gerade in der sich ständig weiterentwickelnden Pflegebranche von zentraler Bedeutung ist.

Ein besonderes Highlight der Feier war eine Präsentation des gesamten Detmolder Lehrkraft-Teams der SPHL. Schulleiter Tobias Bach stellte die Ausarbeitung vor, in der sehr individuelle und wertschätzende Rückmeldungen zu dem Pflegefachassistenzkurs zusammengefasst waren. Er nutzte die Gelegenheit, um sich im Namen der Pflegeschulen bei allen an der Ausbildung Beteiligten und den Auszubildenden selbst von Herzen zu bedanken.

Auch die Auszubildenden selbst kamen zu Wort. In einem gemeinsamen Rückblick ließen sie das vergangene Jahr Revue passieren. Sie bedankten sich ausdrücklich für die großartige und verlässliche Unterstützung, die sie sowohl durch das Team der Lehrenden als auch durch Praxisanleiter*innen des Klinikums Lippe erfahren haben.

Die Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe und das Klinikum Lippe gratulieren allen Absolvent*innen ganz herzlich zum bestandenen Abschluss. Wir freuen uns darauf, viele von Ihnen weiterhin auf den Stationen des Klinikums zu begleiten, und wünschen Ihnen für Ihren Start ins Berufsleben viel Erfolg, Erfüllung und Freude an der Arbeit mit den Patient*innen.

Verstärkung für die lippische Pflege: Auszubildende des Klinikum Lippe feiern bestandenes Examen

Jubel, Freudentränen und herzliche Worte: 14 Auszubildende des Klinikums Lippe haben an den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe (SPHL) erfolgreich ihr Examen zur Pflegefachkraft absolviert. Damit schlagen die frisch examinierten Fachkräfte das nächste berufliche Kapitel auf und verstärken ab sofort die lippische Gesundheitsversorgung.

Für den feierlichen Rahmen der Zeugnisübergabe war der Sitzungssaal am Klinikum Lippe in Lemgo festlich dekoriert worden. Schulleiter Tobias Bach und Kursleitung Silke Seiler gratulierten den frischgebackenen Pflegekräften gemeinsam mit den sichtlich stolzen Lehrenden der Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe (SPHL) zu ihrem Erfolg. Auch die Regionalleitung Lippe Anke Beate Steffen und die operative Leitung Lippe Anke Nümann-Dulke schlossen sich den Glückwünschen des SPHL-Teams an, ebenso wie die stellvertretende Pflegedienstleitung Judith Pradel des Klinikums Lippe Lemgo sowie weitere Praxisanleitende und andere Mitarbeitende.

Von Seiten der Verantwortlichen gab es dabei viel Lob und herzliche Worte: Der aktuelle Kurs habe sich über die dreijährige Lehrzeit hinweg durch eine reflektierte und kritische Haltung ausgezeichnet. „Mit diesem wachen Blick und ihrem großen Engagement bringen die frischgebackenen Pflegefachkräfte beste Voraussetzungen mit, um die Zukunft der Pflege in der Region Lippe aktiv und zeitgemäß mitzugestalten“, betonte Regionalleitung Lippe Anke Beate Steffen in ihrer Rede. „Nach Abschluss der generalistischen Erstausbildung stehen alle am Anfang einer individuellen Pflegekarriere mit vielseitigen Entwicklungsmöglichkeiten.“ Die stellvertretende Pflegedienstleitung Judith Pradel fand ebenfalls bestärkende Worte für den Start in den Berufsalltag: „Ich freue mich immer, wenn es Menschen gibt, die die Einzigartigkeit dieses Berufes für sich entdecken. Die Pflege wächst mit neuen Impulsen, mit dem Mut, auch Altes und Bewährtes zu hinterfragen. Ihr seid die Chance, die die Pflege braucht. Euer Mut, euer Blickwinkel und eure Impulse lassen die Pflege wachsen und machen sie stärker.“

Ein besonders emotionaler Moment war die Feierstunde auch für die Praxisanleiter*innen. Sie hatten die Auszubildenden die gesamte dreijährige Lehrzeit hinweg begleitet, sie praxisnah ausgebildet und zeigten sich nun sichtlich gerührt und hochzufrieden mit den Leistungen ihrer Schützlinge. Mit dem bestandenen Examen wartet auf die 14 Absolvent*innen nun der direkte Einstieg in den Pflegealltag.

Das Klinikum Lippe und die SPHL freuen sich über die hochqualifizierte Verstärkung und wünschen allen Absolvent*innen einen erfolgreichen Start sowie viel Freude im Beruf.

Sand unter den Füßen, Vertrag in der Hand Erstes Pflege-Speed-Dating der KKHB bringt fünf neue Auszubildende zusammen

Aloha Pflegeausbildung: Vivian Sander und Bryan McDonald freuen sich auf den Ausbildungsstart am 1. August.

Zwischen Palmen, Liegestühlen und alkoholfreien Cocktails sitzt Vivian Sander mit einem breiten Grinsen. Eben hat die 23-Jährige ihren Ausbildungsvertrag unterschrieben. Vor einer Woche lag sie noch als Patientin im Klinikum Herford – heute startet sie dort in ihre berufliche Zukunft.

„Eigentlich habe ich das Plakat zum Speed-Dating während meines Krankenhausaufenthalts entdeckt“, erzählt sie. „Ich dachte sofort: Das ist mal etwas anderes.“ Und genau deshalb kam sie in den Aloha Beach Club. Die Aufregung vor den Gesprächen sei zwar groß gewesen, doch die lockere Atmosphäre habe ihr diese schnell genommen. „Alle waren unglaublich nett. Es war überhaupt nicht dieses typische Bewerbungsgespräch.“

Menschen zu begleiten und ihnen zu helfen – das ist für Vivian schon lange mehr als nur eine schöne Vorstellung. Nach Erfahrungen in der Physiotherapie und einem Jahrespraktikum in der Pflege war für sie klar, dass sie im Gesundheitswesen bleiben möchte. Jetzt freut sie sich darauf, am 1. August ihre Ausbildung zur Pflegefachfrau zu beginnen.

Ein paar Liegestühle weiter unterschreibt auch Bryan McDonald seinen Vertrag. Der 16-jährge Herforder weiß schon lange, wohin sein Weg führen soll. „Ich wollte schon immer in die Pflege. Ich möchte für Menschen da sein und ihnen helfen.“
Besonders begeistert hat ihn, dass sich der Tag eben nicht wie ein Auswahlverfahren angefühlt hat. „Man konnte ganz entspannt miteinander sprechen – auf Augenhöhe. Und dass Auszubildende dabei waren, war richtig gut. So konnte ich direkt erfahren, wie die Ausbildung wirklich ist.“

Zwei ganz unterschiedliche Geschichten und doch dieselbe Motivation: Menschen unterstützen, Verantwortung übernehmen und einen Beruf mit Perspektive erlernen.
Genau dafür haben die Kreiskliniken Herford-Bünde (KKHB) gemeinsam mit den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe (SPHL) ihr erstes Pflegeazubi-Speed-Dating bewusst anders gedacht. Statt steifer Vorstellungsrunden gab es Beachfeeling, Hawaii-Ketten, kühle Getränke und ehrliche Gespräche. Das Konzept ging auf: Am Ende des Nachmittags waren fünf Ausbildungsverträge unterschrieben.

„Wir wollten zeigen, dass Pflege offen, modern und menschlich ist – und genau so sind auch die Gespräche verlaufen“, freut sich Martina Waldeyer, Pflegedirektorin der KKHB. „Wer sich wohlfühlt, zeigt viel eher, wer er oder sie wirklich ist. Genau diese Begegnungen wollten wir schaffen.“

Auch Tobias Bach, Schulleiter der Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe, ist vom neuen Format überzeugt: „Es war schön zu erleben, wie schnell echte Gespräche entstanden sind. Ohne Druck, ohne Hürden – dafür mit viel Interesse und Neugier auf einen Beruf, der unglaublich vielseitig ist.“

Das Fazit des Nachmittags? Manchmal beginnt ein neuer Lebensabschnitt eben nicht am Konferenztisch, sondern zwischen Palmen, Liegestühlen und guten Gesprächen.

 

 

Innovativer Workshop gegen sexuelle Belästigung in der Pflege

Anzügliche Bemerkungen beim Verbandswechsel, eine unangenehme Berührung beim Transfer vom Bett in den Rollstuhl oder Grenzüberschreitungen durch Kolleg*innen: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz kommt in der Pflege leider vor. Seit 2021 sensibilisiert ein eigens dafür entwickeltes Workshop-Konzept an den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe angehende Pflegefachkräfte für ihre eigenen Grenzen und macht sie sprach- und handlungsfähig.

Petra Skrzypek, Lehrkraft an den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe, entwickelte ein Konzept, das genau da ansetzt, wo Theorie auf die oft herausfordernde Praxis trifft. „Es zeigt sich immer wieder, wie wichtig es ist, unsere Schüler*innen frühzeitig auf die vielseitigen Herausforderungen im Pflegealltag vorzubereiten. Ich bin sehr dankbar, dass wir gemeinsam mit unseren Praxispartnern einen sicheren Rahmen schaffen, der den Auszubildenden das nötige Rüstzeug vermittelt. Ein respektvolles Miteinander und klare Grenzen sind die Basis für einen gesunden und starken Pflegeberuf“, erklärt Petra Skrzypek.

Im Rahmen eines Workshops lernen die Auszubildenden deswegen in drei Schritten, wie sie sich im Berufsalltag effektiv schützen können:

  • Grenzen spüren und definieren: Auf einer Skala von 1 bis 10 schätzen die Schüler*innen eigene und fremde Grenzen ein. Anhand von Fallbeispielen lernen sie außerdem zu differenzieren: Was ist eine eindeutige, bewusste Grenzüberschreitung und wie ist eine Situation zu bewerten, die beispielsweise durch die kognitive Einschränkung eines dementiell erkrankten Patienten entsteht?
  • Das Dreischrittmodell: Wie reagiere ich im Moment des Übergriffs? Die Lehrenden des Workshops verdeutlichen in praxisnahen Rollenspielen ein klares Modell für den Akutfall.
  • Netzwerke nutzen: Niemand bleibt allein. Der Workshop zeigt den Auszubildenden auf, welche internen und externen Hilfesysteme ihnen den Rücken stärken.

Ein zentraler Bestandteil des Tages ist die Vernetzung mit Partner*innen aus der Praxis. Um den Schüler*innen konkrete Ansprechpersonen (in diesem Kurs des Herz- und Diabeteszentrums NRW und der Kreiskliniken Herford-Bünde sowie der entsprechenden Betriebsräte) näherzubringen, kommen diese direkt in den Workshop. Sie zeigen auf, wie Betroffene geschützt werden können, wie zum Beispiel durch die einfache, aber effektive Maßnahme, ein Patientenzimmer nicht mehr allein zu betreten.

Ergänzt wird das Programm durch externe Referent*innen: Eine Polizistin der Abteilung Prävention und Opferschutz erläutert die juristische Lage, während die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Herford konkrete, vertrauliche Beratungsangebote vorstellt. Abschließend resümiert die Lehrende Skrzypek: „Die durchweg positive Resonanz der Auszubildenden unterstreicht, wie unverzichtbar dieser Rückhalt für eine moderne Pflegeausbildung geworden ist. Der Workshop schenkt den Schüler*innen genau die Sicherheit, die sie für einen selbstbewussten Start in den Alltag brauchen, und ist gleichzeitig ein echter Gewinn für die Zusammenarbeit in den Teams vor Ort.“

Aloha Pflegeausbildung

Freuen sich auf das erste Pflegeazubi-Speed-Dating im Aloha Beachclub: (v.l.) Rabia Kayatas, Henning Spruch, Martina Waldeyer, Jan Niklas Richter, Monika Vogel und Anna Bollhorst

Barfuß durch den Sand, ein kühler alkoholfreier Cocktail in der Hand und dabei ganz entspannt den eigenen Berufsweg starten: Was eher nach Sommerfestival klingt, ist in Herford jetzt der vielleicht ungewöhnlichste Einstieg in die Pflegeausbildung der Region. Am 30. Juni laden die Kreiskliniken Herford-Bünde (KKHB) gemeinsam mit den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe (SPHL) erstmals zu einem Pflegeazubi-Speed-Dating in den Aloha Beach Club ein – und brechen damit ganz bewusst mit klassischen Bewerbungsgesprächen und steifen Vorstellungsrunden.

Unter Palmen, in Liegestühlen und mit Beach-Vibes können Schulabgängerinnen, Schulabgänger und Quereinsteiger die Pflege von einer ganz neuen Seite kennenlernen: offen, modern, menschlich und voller Perspektiven. Statt Druck und Prüfungsgefühl stehen echte Gespräche im Mittelpunkt. Wer Lust auf einen sinnstiftenden Beruf mit Zukunft hat, kann direkt mit Pflegefachkräften, Auszubildenden und Verantwortlichen ins Gespräch kommen – unkompliziert, locker und auf Augenhöhe. Und wenn die Chemie stimmt, gibt es im besten Fall sogar direkt die Zusage für einen Ausbildungsplatz.

„Wir wollten bewusst ein Format schaffen, das zeigt, wie vielseitig und lebendig Pflege heute ist“, erklärt Martina Waldeyer, Pflegedirektorin der KKHB. „Pflege bedeutet Teamgeist, Verantwortung, Nähe zu Menschen und jeden Tag etwas Sinnvolles zu tun. Genau dieses Gefühl möchten wir vermitteln. Und das gelingt in entspannter Atmosphäre oft besser als in einem klassischen Bewerbungssetting.“

Denn der Pflegeberuf hat längst mehr zu bieten als viele denken: moderne Medizin, echte zwischenmenschliche Begegnungen, spannende Herausforderungen und hervorragende Karrierechancen. Pflegefachkräfte arbeiten mitten im Leben: mal medizinisch hochkomplex, mal menschlich besonders berührend, oft beides gleichzeitig. Sie begleiten Menschen in entscheidenden Momenten, übernehmen Verantwortung und sind aus dem Gesundheitswesen nicht wegzudenken.

Auch finanziell lohnt sich der Einstieg: Die generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann zählt zu den bestbezahlten Ausbildungen Deutschlands. Bereits im ersten Ausbildungsjahr verdienen Auszubildende rund 1.491 Euro, im dritten Jahr bereits etwa 1.653 Euro brutto monatlich. Gleichzeitig eröffnet die Ausbildung zahlreiche Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten – von Intensivpflege über OP und Notaufnahme bis hin zu Studium, Praxisanleitung oder Führungspositionen.

Die dreijährige Ausbildung vermittelt sowohl medizinisches Fachwissen als auch soziale Kompetenz. Auszubildende lernen unter anderem den professionellen Umgang mit Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen, medizinische Versorgung, Medikamentengabe, Wundmanagement und den sensiblen Umgang in emotionalen Situationen. „Die generalistische Ausbildung macht unsere Auszubildenden flexibel und zukunftssicher“, betont Tobias Bach, Schulleiter der SPHL. „Sie können später in nahezu allen Bereichen der Pflege arbeiten: im Krankenhaus, in Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten oder weiteren spezialisierten Bereichen.“

Die Ausbildung startet am 1. August sowie am 1. Oktober 2026. Voraussetzung ist mindestens ein mittlerer Schulabschluss. Der theoretische Unterricht findet an den Standorten der SPHL in Herford und an der Listerschool statt. Die praktische Ausbildung erfolgt bei den Kreiskliniken Herford-Bünde sowie regionalen Kooperationspartnern.

Für das Speed-Dating gilt dabei: Lebenslauf und die letzten Zeugnisse einpacken, vorbeikommen, kennenlernen – und vielleicht schon mit dem Ausbildungsvertrag nach Hause gehen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Pflegeazubi-Speed-Dating im Aloha Beachclub Herford
  • 30. Juni 2026, 17:00 bis 19:00 Uhr
  • Snacks und alkoholfreie Getränke inklusive
  • Mitzubringen sind lediglich Lebenslauf, Zeugnisse und Lust auf einen Neustart mit Perspektive.

Ein Leben für die Pflege(Ausbildung): Andreas Fritsche geht in den Ruhestand

Andreas Fritsche geht in den Ruhestand

Von den Anfängen als Wegbereiter in der eher weiblich besetzten Krankenpflege bis zum Aufbau des Standorts Listerschool der Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe: Andreas Fritsche blickt auf

45 Jahre im Dienst der Pflege und Pflegeausbildung zurück. Als er im April den Schlüssel abgegeben hat, hinterließ er mehr als nur einen gut geführten Standort: Er hinterließ ein Fundament, auf dem die zukünftige Pflegeausbildung in der Region weiterwachsen kann.

Der Anfang

Andreas Fritsche startete seine Laufbahn 1981 mit der Ausbildung zum Krankenpfleger am Kreisklinikum Herford. Damals herrschte ein familiäres Miteinander auf Station“, erinnert sich Fritsche an die Anfänge, wo die Auszubildenden noch ohne offizielle Praxisanleitung auskommen mussten.

Nach seinem 16-monatigem Zivildienst im Mathilden-Hospital in Herford arbeitet Fritsche wieder am Kreisklinikum Herford. Im Anschluss daran absolvierte er am Ev. Krankenhaus-Bünde die Fachweiterbildung für Anästhesie und Intensivmedizin. Im Zuge dessen war er auch im Bereich des Rettungsdienstes tätig.

 

Der Weg in die berufliche Pädagogik

Mit dem Wechsel als Schulassistent an die Krankenpflegeschule am Evangelischen Johannes Krankenhaus Bielefeld (heute EvKB) verlagerte sich sein Fokus auf die Ausbildung. Um die Pflegelehre auf ein wissenschaftliches Fundament zu stellen, absolvierte Fritsche von 1995 bis 1999 berufsbegleitend das Studium der Pflegepädagogik an der Katholischen Fachhochschule Norddeutschland, am Standort Osnabrück. Ab 2005 übernahm er dann die Leitung der Ausbildungsstätte am Lukas-Krankenhaus in Bünde.

Seine Vision einer modernen Pflegeausbildung festigte sich insbesondere während seiner Schulleitertätigkeit in Bünde. In den dortigen drei Kursen mit rund 75 Schüler*innen aus dem Lukas Krankenhaus und dem Herz- und Diabeteszentrum NRW legte Andreas Fritsche den Grundstein für ein neues pädagogisches Verständnis. Sein Anspruch war dabei stets klar: „Ich wollte den Schülerinnen und Schülern dort eine kritische, konstruktive und demokratische Denkweise vermitteln“, so Fritsche. Besonders am Herzen lag ihm dabei die Veränderung der Umgangskultur. Er erinnert sich an Zeiten, in denen Konflikte in der Pflege noch deutlich rauer ausgetragen wurden: „Früher kam es bei Auseinandersetzungen auf Station häufig zu unkontrollierbaren Tumulten.“ Gegen diesen autoritären Ton setzte er eine zeitgemäße Fehlerkultur, die darauf abzielte, Probleme offen zu benennen, gemeinsam aufzuarbeiten und durch „Best Practice“-Lösungen zu ersetzen.

Diesen Weg der Professionalisierung verfolgte er konsequent weiter: Von 2011 bis 2013 vertiefte er seine Expertise durch ein Masterstudium im Schulmanagement an der Katholischen Fachhochschule Köln – eine Qualifikation, die ihm später auch beim Aufbau des Standorts Listerschool zugutekam.

Die Kooperation mit den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe und dem Lukas Krankenhaus markierte den Beginn einer neuen Ära. Um dem Fachkräftemangel aktiv zu begegnen, wurden die Ausbildungskapazitäten massiv ausgeweitet – ein Schritt, der im Oktober 2020 zur Eröffnung des Standortes „Listerschool“ in Herford führte. Für Andreas Fritsche, der die Leitung übernahm, war dies ein Meilenstein seiner Karriere. Trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie gelang es ihm, in kürzester Zeit ein schlagkräftiges Team zu formen. „Den Standort aufzubauen, hat uns viel Kraft gekostet“, erinnert sich Fritsche. „Wir mussten uns erst finden und neue Strukturen etablieren. Doch gerade diese Herausforderung hat uns zusammengeschweißt. Sein Führungsstil war dabei geprägt vom Aufbau einer flachen Hierarchie unter Berücksichtigung der individuellen Stärken seiner Mitarbeitenden.

Ein Appell

Im April 2026 wurde an den Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe ein neues Leitungskonzept eingeführt, das die Verantwortung auf zwei Regionalleitungen und zwei operative Leitungen für die Standorte Herford und Lippe verteilt. Mit seinem Abschied übergibt Andreas Fritsche den Staffelstab in Herford an Folker Früchtel (Regionalleitung) und Kathrin Hanke (operative Leitung).

Für die Zukunft gibt er seinem Nachfolge-Team vor allem eines mit auf den Weg: Den Mut zum Innehalten. „Kompetenzen und Fachwissen sind erlernbar, aber Empathie und die Liebe zum Menschen nicht“, betont Fritsche. „Wir arbeiten hier mit Menschen und nicht mit einem Werkstück.“ Sein wichtigster Rat ist daher so simpel wie wirkungsvoll: Ein wahrhaftiges „Wie geht’s?“ ist oft wertvoller als jede Sisyphusarbeit, denn Menschlichkeit ist das Band, das Teams in stressigen Situationen zusammenhält. Neben dem Wunsch nach echter Empathie blickt Fritsche auch auf die Vernetzung: Er hofft für die Zukunft auf einen noch intensiveren Austausch mit den praktischen Ausbildungsträgern und Kooperationspartnern.

Pläne für den Ruhestand

Für den Ruhestand hat Andreas Fritsche bereits klare Vorstellungen: Sportlich zieht es ihn zum intensiven Fitness- und Lauftraining, während zu Hause der Umbau und die Umgestaltung des Gartens warten. Er blickt voller Vorfreude darauf, diese Vorhaben nun ohne Zeitdruck und mit freiem Kopf anzugehen. Langeweile wird in diesem neuen Kapitel sicher nicht aufkommen.

Wir danken Andreas Fritsche für sein langjähriges Engagement und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute!

 

 

 

 

 

Schmerztherapie zum Anfassen

Einige unserer Auszubildenden tauchten tief in das Thema ‚Erkrankungen des rheumatoiden Formenkreises‘ ein. Nachdem in den vergangenen Wochen im Unterricht die Grundlagen von akuten und chronischen Schmerzen sowie die medikamentöse Therapie bei Arthritis und Arthrose im Fokus standen, wurde es nun praktisch: Die nicht-medikamentöse Schmerztherapie stand auf dem Lehrplan.

Pflege ist mehr als nur Tablettengabe. Um ein ganzheitliches Verständnis für die Schmerzlinderung im Reha-Setting zu entwickeln, erprobten die Schüler*innen verschiedene Interventionen. Was besprochen und teilweise ausprobiert wurde:

✅ Einsatz von Wärme- und Kälteauflagen.

✅  Aromapflege, Musiktherapie und TENS-Verfahren.

✅  Praktische Übungen zur Progressiven Muskelentspannung (PMR) nach Jacobson.

Unter fachlicher Anleitung von Lehrkraft Laura Tesch übten die Lernenden Ausstreichungen, Knetungen und Schüttelungen. Dabei stand nicht der therapeutische Tiefendruck im Vordergrund, sondern die pflegerische Intention: Wohlbefinden fördern und Entspannung ermöglichen.

Das Ergebnis? Die Auszubildenden verließen den Unterricht nicht nur mit neuem Fachwissen, sondern auch sichtlich tiefenentspannt. Eine wertvolle Erfahrung, um später die Bedürfnisse von Patient*innen mit chronischen Schmerzen noch besser nachempfinden und helfen zu können.

Pflege verstehen: Bobath im grünen Klassenzimmer

Um ein echtes Gespür für ihr Gleichgewicht zu bekommen, probierten die angehenden Pflegefachfrauen und -männer verschiedene Positionen selbst aus. Hier versuchten sie gerade mit einem Bein aufzustehen.

Bei uns hieß es vergangene Woche: Raus aus dem Klassenzimmer und rein in die Bewegung. Im Rahmen der Ausbildung setzten sich unsere Schüler*innen mit dem Bobath-Konzept auseinander – und das draußen auf dem Schulhof bei Traumwetter.

Das Bobath-Konzept ist ein Pflege- und Therapiekonzept zur Rehabilitation von Menschen mit neurologischen Erkrankungen (wie z. B. Schlaganfall, Multiple Sklerose, …), welches die Selbstständigkeit und Lebensqualität durch gezielte Bewegungsübungen fördert.

Unter der Leitung von Lehrkraft Laura Tesch standen dabei die Schlüsselpunkte nach Bobath im Mittelpunkt. Die Schüler*innen lernten, wie Bewegung über zentrale Punkte wie das Sternum oder den Kopf gesteuert werden und wie sich dies über die proximalen wie Hüfte oder Schultergelenke bis in die distalen wie Hände und Füße auswirkt.

Im Unterricht wechselten sich Theorie und Praxis ab. Und das Highlight war ganz klar der Praxisanteil. Um ein echtes Gespür für Gleichgewicht und Unterstützungsflächen, also der Kontaktfläche zwischen Umwelt und Körper zu bekommen, probierten die angehenden Pflegefachfrauen und -männer verschiedene Positionen selbst aus. Dabei halfen sie sich auch gegenseitig bei der Mobilisation. Nur wer den eigenen Körper versteht, kann Patient*innen später sicher unterstützen.